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Startseite > Einsatz der PID > Aneuploidiescreening

Aneuploidiescreening

Aneuploidien (=Abweichungen von der regulären Chromosomenzahl) entstehen überwiegend durch Fehlverteilungen der Chromosomen während der Reifeteilung der Eizelle. Das sogenannte Aneuploidiescreening kann an den Polkörpern der Eizelle oder am Präimplantationsembryo durchgführt werden. Das Aneuploidiescreening ist aber keine PID im eigentlichen Sinn. Das Verfahren wird im Rahmen der Reagenzglasbefruchtung (IVF) bei Unfruchtbarkeit eingesetzt, und soll die Erfolgschance der IVF Behandlung verbessern. Embryonen mit Abweichungen von der regulären Chromosomenzahl werden nach IVF nicht in die Gebärmutter übertragen.

Aneuploidiescreening am Polkörper

Mit herkömmlichen Methoden (sog. "FISH Diagnostik") können maximal 9-12 der 23 Chromosomen in den Polkörpern untersucht werden. Die Darstellung von Chromosomen ist allerdings fehleranfällig. Darüber hinaus kann die Polkörperbiopsie die Eizelle schädigen. Aus diesem Grund konnte bisher ein Nachweis eines Vorteils des Polkörperaneuploidiescreening in Kombination mit dem sog. FISH Verfahren nicht erbracht werden (vgl. eine deutsche Studie zum Aneuploidiescreening). Von einer Durchführung des Aneuploidiescreenings mittels FISH an den Polkörpern der Eizelle wird deshalb von uns abgeraten. Ab 2/2016 läuft am PID Zentrum Lübeck eine Studie, organisiert von der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie (ESHRE), zum Aneuploidiescreening mittels array CGH. Bei Interesse an einer Studienteilnahmen kontaktieren Sie uns bitte unter dem Stichwort „ESTEEM Studie“. Die Durchführung der Aneuploidiediagnostik im Rahmen der Studie ist kostenfrei.

Aneuploidiescreening am Embryo

Ein Nachweis eines positiven Effekts des Aneuploidiescreenings an Blastomeren des Embryos konnte bisher nicht nur nicht gezeigt werden, sondern in den vorliegenden Studien hat sich das Aneuploidiescreening sogar als negativ für den Behandlungserfolg dargestellt (vg. eine englischsprachige Zusammenfassung von Studienergebnissen). Von einer Durchführung des Aneuploidiescreenings an Blastomeren wird deshalb abgeraten. Darüber hinaus stellt das Aneuploidiescreening ohne konkreten Krankheitsbezug keine zulässige Indikation im Sinne des Präimplantationsdiagnostik Gesetzes dar.